Wenn Ihnen die Zeit fehlt, jeden Tag stundenlang mit Ihrem Hund spazieren zu gehen, passt eine gemütliche Rasse vielleicht besser zu Ihnen. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, welche Hunderassen sich am liebsten auf dem Sofa zusammenrollen und ein Nickerchen machen.
Manche Hunde sind von morgens bis abends in Bewegung und stürzen sich mit allen vier Pfoten in jedes Abenteuer. Andere, ruhigere Rassen geben sich mit einem täglichen Spaziergang zufrieden und legen sich danach gern für ein Schläfchen aufs Sofa.
Grundsätzlich sagt die Rasse wenig darüber aus, wie sich ein Hund als erwachsenes Tier verhalten wird. Das Verhalten hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich allein aufgrund der Rassezugehörigkeit, also einer bestimmten Genetik, kaum vorhersagen. Manche Eigenschaften sind allerdings erblicher als andere. Unter den Verhaltensmerkmalen gelten «Angst» und «Aktivitätsniveau» als stark erblich. Das Aktivitätsniveau eines Hundes lässt sich also «recht gut» aus seiner Rasse ableiten. Wenn Sie jemand fragt, wer aktiver ist, Bernhardiner oder Border Collie, kennen Sie die Antwort vermutlich sofort.
Wenn Ihr Alltag also viel zu voll für einen energiegeladenen Hund ist und Sie einfach einen Gefährten zum Entspannen suchen, ist eine ruhige Rasse womöglich genau richtig. Lesen Sie weiter und entdecken Sie unsere Top 10 der gemütlichen Hunderassen, die Sie öfter schnarchend antreffen als spielend vor Ihren Füssen.
Ruhige Hunderassen
Ruhige Rassen sind ideal, wenn Sie einen vollen Terminkalender haben oder in einer Wohnung leben, in der Ihr Vierbeiner wenig Platz zum Herumtollen hat. Die zehn Rassen unserer Auswahl brauchen weniger Bewegung als temperamentvolle Hunde. Regelmässige Spaziergänge bleiben trotzdem wichtig, denn sie halten den Kopf beschäftigt und beugen Zerstörungsverhalten vor. Ein geringerer Bewegungsbedarf heisst nämlich nicht, dass diese Hunde keine anderen Bedürfnisse hätten, etwa mit Ihnen zu spielen, Zeit in Ihrer Gesellschaft zu verbringen oder geistige Aufgaben zu lösen. Und wer weniger Bewegung braucht, geniesst sie deswegen nicht weniger. Viele dieser Hunde lieben Spaziergänge auf dem Land, allerdings im eigenen Tempo und in aller Ruhe.
1. Basset Hound
Wenn er gerade keiner Fährte folgt, liegt dieser bedächtige Vierbeiner meist auf dem Sofa und wartet geduldig auf das nächste Leckerli. Zu Hause gilt er als besonders sanftmütig, draussen ist er aber jederzeit für einen Ausflug zu haben und folgt mit grösster Begeisterung seiner Nase. Obwohl der Basset Hound eine ruhige Rasse ist, braucht er regelmässige Bewegung und eine kontrollierte Fütterung, denn er neigt zu Übergewicht.
2. Bullmastiff
Gross und muskulös gebaut, hält sich der Bullmastiff oft für einen kleinen Schosshund! Er ist überaus treu, bleibt aber nicht gern allein. Wer oft und lange weg ist, entscheidet sich deshalb besser gegen einen Bullmastiff.
3. Windhunde
Trotz ihres enormen Tempos zählen Windhunde wie Deerhound, Whippet, Greyhound und Irischer Wolfshund zu den gelassensten Hunden überhaupt. Sie bevorzugen kurze, intensive Bewegungseinheiten und danach lange Schlafphasen zum Auftanken. Alle Windhundhalter sind sich einig, dass man sein Herz im Nu verliert, wenn man einmal einen dieser Hunde bei sich aufnimmt.
4. Malteser
Der Malteser kommt mit wenig Bewegung aus, auch wenn der tägliche Spaziergang dazugehört. Am liebsten kuschelt er sich an seine Menschen. Trotz seiner geringen Grösse gibt er einen erstaunlich guten Wachhund ab.
Der Malteser gilt zudem als eher ängstlich und eignet sich deshalb nicht für Menschen, die oft ausser Haus sind. Wer ihm genügend Zeit widmen kann, gewinnt dafür einen ausserordentlich anhänglichen Begleiter.
5. Bernhardiner
Diese Rasse sieht aus wie ein riesiger Teddybär und ist, so überraschend es klingen mag, ausgesprochen gelassen! Haben Sie wenig Zeit für Bewegung, kommt Ihnen entgegen, dass der Bernhardiner wenig Energie hat und mit einem moderaten täglichen Spaziergang bestens versorgt ist.
So friedlich er auch ist, für eine Wohnung eignet sich der Bernhardiner wegen seiner Grösse nicht. Sein sanftes Wesen macht ihn zu einem hervorragenden Familienhund, bei sehr kleinen Kindern ist er allerdings weniger ideal, weil er sie versehentlich umstossen kann.
6. Deutsche Dogge
Die als «sanfte Riesen» bekannte Deutsche Dogge bringt von Natur aus ein freundliches Wesen mit und passt damit bestens zu einem entspannten Alltag. Meist trifft man sie beim Faulenzen an, ein bis zwei Stunden Bewegung pro Tag braucht sie je nach Hund trotzdem. Ist sie einmal richtig ausgelastet, zieht sie das Sofa dem Apportierspiel aber wohl vor.
7. Golden Retriever
Golden Retriever sind zwar grundsätzlich energiegeladen und aktiv, kommen mit einem ruhigeren Alltag aber gut zurecht. Ihr Golden Retriever schliesst sich Ihnen jedenfalls jederzeit gern für eine gemütliche Auszeit an.
Denken Sie trotzdem daran, dass er ordentlich Bewegung braucht. Planen Sie also täglich etwas Zeit für ein paar Laufrunden, entspannte Spaziergänge und Spiele im Freien ein.
8. Cavalier King Charles Spaniel
Sanft und gutmütig passt sich der Cavalier King Charles Spaniel den unterschiedlichsten Umgebungen und Lebensstilen an. Wegen seines ausgeprägten Bedürfnisses nach Nähe gilt er oft als «Klettenhund». Ob er durch die Wohnung streift oder entspannt spazieren geht, ist ihm dabei ziemlich egal, Hauptsache, er verbringt die Zeit mit Ihnen.
9. Berner Sennenhund
Sie suchen einen geselligen und zugleich ausgeglichenen Hund? Dann liegen Sie beim Berner Sennenhund richtig. Sein Wesen ist in der Regel sehr friedlich, er braucht allerdings mehr Bewegung als manch andere Rasse dieser Liste, teilweise 1,5 bis 2 Stunden täglich. Dafür ist er ein hervorragender Kuschelpartner und sagt zu einer Auszeit neben seinen Lieblingsmenschen kaum je Nein.
10. Shih Tzu
Als grosser Freund von Kuscheleinheiten und stillen Stunden passt der Shih Tzu gut zu Menschen mit einem gemächlichen Alltag. Im Welpenalter kann er noch recht lebhaft sein, als erwachsener Hund wird er dann deutlich gelassener. Mit ein wenig Erziehung gewöhnt er sich mühelos an ein geruhsames Umfeld.
Sind brachyzephale Rassen faule Hunderassen?
Viele Rassen, die traditionell als «faul» gelten, haben ein flaches Gesicht und eine kurze Nase. Zu diesen sogenannten brachyzephalen Rassen zählen Bulldogge und Mops. Diese Hunde haben verengte Atemwege und deshalb ihr Leben lang Mühe beim Atmen. Wirken sie «faul», liegt das meist an dieser Atemnot und nicht an einem wirklich gemütlichen Wesen.
Brachyzephale Rassen wurden über Jahre hinweg fragwürdig gezüchtet. Angesichts der grossen Beliebtheit von Mops und Bulldogge stellen manche Züchter Gesundheit und Wohlergehen der Tiere noch immer nicht an erste Stelle.
Diese zehn ruhigen und gemütlichen Hunderassen sind ideal, wenn Ihnen die Energie oder die Zeit fehlt, um sich mit stundenlangen Spaziergängen und viel Spiel um einen temperamentvollen Hund zu kümmern.
Vergessen Sie dabei nie, dass auch diese Hunde trotz ihres geringen Bewegungsbedarfs tägliche Spaziergänge und ein Mindestmass an regelmässiger Bewegung brauchen, um fit zu bleiben und geistig gefordert zu sein.
Möchten Sie mehr über Hunderassen erfahren? Dann besuchen Sie unsere Übersicht der Hunderassen, die Infos zu fast 200 Rassen bereithält!
Wenn Sie darüber nachdenken, einen neuen Hund aufzunehmen, finden Sie in unserem Themenbereich unsere besten Tipps für frischgebackene Hundehalter.