Können Hunde eine Erkältung oder Grippe bekommen?
Ob Sie nun einen leichten Schnupfen haben oder etwas Ernsteres, vielleicht machen Sie sich Sorgen um die möglichen Risiken für Ihren Vierbeiner. In diesem Ratgeber finden Sie alles Wissenswerte über Erkältung und Grippe beim Hund, damit Sie Ihr Tier besser verstehen.
Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren und wir jeden Morgen die Autoscheiben von Eis befreien müssen, steht die Erkältungs- und Grippezeit vor der Tür. Für uns Menschen gehört das dazu, wir decken uns ganz selbstverständlich mit Taschentüchern und Tabletten ein. Aber wie sieht es bei unseren Vierbeinern aus?
Können sich Hunde erkälten?
Nein, Hunde erkälten sich nicht auf dieselbe Weise wie wir Menschen und sie stecken sich auch nicht mit den Erkältungsviren an, die beim Menschen Beschwerden auslösen. Hunde können sich aber Infektionen einfangen, die erkältungsähnliche Symptome hervorrufen, etwa Niesen und eine verstopfte Nase. Diese «Hundeerkältungen» sind in der Regel artspezifisch. Sie können sich bei Ihrem Hund also ebenso wenig anstecken.
Können sich Hunde beim Menschen anstecken?
Dass sich Ihr Hund bei einem Menschen eine Erkältung einfängt, ist sehr unwahrscheinlich. Wenn Sie Schnupfen oder etwas Husten haben, befürchten Sie vielleicht, Ihren Vierbeiner anzustecken. Seien Sie beruhigt, das ist nicht möglich. Hunde sind für die gewöhnlichen Erkältungsviren des Menschen nicht empfänglich.
Können Hunde an Grippe erkranken?
Auch die Grippe des Menschen bekommen Hunde nicht, wohl aber die Hundegrippe (Canine Influenza). Die Symptome ähneln denen der Grippe beim Menschen, die Ursache ist jedoch eine andere. Bei Ihrem Hund können Niesen, Nasenausfluss, Husten, Lethargie, Appetitlosigkeit und Fieber auftreten. Die Hundegrippe überträgt sich leicht von Hund zu Hund, sobald ein Tier mit dem Erreger in Kontakt gekommen ist. Begegnet Ihr Hund einem infizierten Artgenossen, ist das Ansteckungsrisiko, so Pets Web MD, sehr hoch.
Menschen erkranken nicht an der Hundegrippe. Nach dem Kontakt mit einem infizierten Hund können Sie den Erreger aber auf Ihren eigenen Hund übertragen. Auf der Haut überlebt er nur wenige Minuten, auf Kleidung dagegen bis zu einem Tag. Wenn Sie sich in der Nähe eines infizierten Hundes aufhalten, wechseln und waschen Sie Ihre Kleidung, bevor Sie anderen Hunden begegnen.
Weitere hundespezifische Krankheiten
Wie beim Menschen gibt es verschiedene Erkrankungen, die einer Erkältung oder Grippe beim Hund ähneln. Zu den häufigsten gehören:
- Zwingerhusten: eine Atemwegsinfektion mit trockenem Husten, der an Gänsegeschnatter erinnert. Wenn Sie bei Ihrem Hund Zwingerhusten vermuten, wenden Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt.
- Allergien beim Hund: Ihr Vierbeiner kann auf saisonale und umweltbedingte Allergene reagieren, ähnlich wie Menschen mit Heuschnupfen.
- Staupe: Gegen diese Krankheit schützen bereits die ersten Welpenimpfungen. Sie kann lebensbedrohlich verlaufen. Das ist einer der vielen Gründe, warum eine Impfung so wichtig ist.
- Atemwegserkrankungen: Manche Hunderassen sind anfälliger als andere, vor allem brachyzephale, also kurznasige Rassen wie der Mops, die Französische Bulldogge und der Shih Tzu.
Wenn Sie bei Ihrem Hund Zwingerhusten vermuten, wenden Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt.
Hat Ihr Hund eine Erkältung? Diese Symptome sollten Sie im Auge behalten
Die Symptome einer Erkältung beim Hund ähneln stark denen beim Menschen. Am häufigsten treten Niesen, Husten, tränende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase und Lethargie auf. Diese Anzeichen können allerdings auch auf andere Krankheiten hindeuten. Holen Sie deshalb den Rat Ihres Tierarztes ein.
Vielleicht bemerken Sie auch, dass Ihr Hund wegen der verstopften Nase schlecht Luft bekommt oder niest. Möglich ist ebenso, dass ihm bei einer Erkältung die Energie fehlt. Er hat dann weniger Lust zu spielen und schläft mehr als sonst. All das können Anzeichen einer Erkältung sein, die 5 bis 10 Tage anhalten kann. Ihren Tierarzt müssen Sie in der Regel nicht aufsuchen, ausser Ihr Hund bekommt schlecht Luft oder zeigt andere beunruhigende Anzeichen, etwa wenn er nicht mehr frisst und trinkt.
Sollten Sie mit einem erkälteten Hund spazieren gehen?
Verzichten Sie auf den Spaziergang, wenn Ihr Hund keine Lust darauf hat. Wie wir brauchen auch Hunde Ruhe, wenn sie sich nicht wohlfühlen. Selbst wenn frische Luft eine gute Idee zu sein scheint, richten Sie sich besser nach Ihrem Hund. Ein kurzer, ruhiger Spaziergang kann ihm guttun, anstrengende Bewegung belastet die bereits entzündeten Atemwege dagegen zusätzlich. Geht es ihm schlecht, halten Sie auch das Spiel ruhig.
Wichtig ist ausserdem, den Kontakt zu anderen Hunden zu vermeiden, denn Ihr Hund kann sie anstecken. Meiden Sie unterwegs also Begegnungen und das Spiel mit Hundefreunden. Verbringen Sie stattdessen selbst Zeit mit ihm, mit ruhigen Spielen oder kleinen Übungen wie «Sitz», «Bleib» oder «Pfote». Über Gesellschaft und Ablenkung freut er sich bestimmt.
Erkältung und Grippe beim Hund behandeln
Mit diesen einfachen Massnahmen unterstützen Sie zu Hause die Genesung Ihres erkälteten Hundes:
Geben Sie Ihrem Hund lauwarmes Futter
Weil die Nase bei einer Erkältung meist verstopft ist, riecht der Hund sein Futter kaum noch und verliert die Lust darauf. Wärmen Sie es leicht an. So duftet das Futter intensiver und schmeckt Ihrem Vierbeiner wieder.
Nutzen Sie einen Luftbefeuchter
Eine höhere Luftfeuchtigkeit erleichtert Ihrem Hund das Atmen, vor allem dort, wo er schläft.
Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit
Zur Genesung braucht ein erkälteter Hund genügend Flüssigkeit. Kontrollieren Sie deshalb regelmässig den Wassernapf und achten Sie darauf, dass Ihr Hund genug trinkt. Eine Hühnerbrühe für Hunde erhöht die Flüssigkeitszufuhr auf einfache Weise.
Gönnen Sie Ihrem Hund viel Ruhe
Halten Sie bei den täglichen Spaziergängen ein gemütliches Tempo und vermeiden Sie zu viel Bewegung, solange sich Ihr Hund von der Erkältung erholt. Vielleicht döst er sogar mehr als sonst. Das ist normal, sein Körper braucht in dieser Zeit viel Ruhe.
Waschen Sie Spielzeug und Decken Ihres Hundes
Reinigen Sie das Spielzeug, waschen Sie die Decken und alle weiteren Gegenstände, mit denen Ihr Hund ständig in Berührung kommt. So werden Sie Keime los.
Oft braucht es gar keine Behandlung, denn viele Hunde werden von allein wieder gesund. Zeigt Ihr Hund nur leichte Anzeichen einer «Hundeerkältung», frisst und trinkt er normal und wirkt er so munter wie sonst, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Innerhalb weniger Tage bis einer Woche sollte er wieder fit sein. Geht es über eine leichte Erkältung hinaus, frisst und trinkt er nicht mehr, wirkt sichtlich unwohl oder bekommt schlecht Luft, wenden Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt.
Vermutet Ihr Tierarzt etwas Ernsteres, fragt er Sie nach den Grippe- oder Erkältungssymptomen Ihres Hundes, untersucht ihn gründlich und führt allenfalls weitere Tests durch, um die Ursache zu finden. Die empfohlene Behandlung richtet sich nach der Diagnose und kann Antibiotika, Hustenstiller und Infusionen umfassen. Geben Sie Ihrem Hund niemals Erkältungsmittel für Menschen, sie sind hochgefährlich.
Grippe und Erkältung beim Hund vorbeugen
Jetzt wissen Sie, ob Hunde eine Erkältung oder Grippe bekommen können. Bleibt die Frage, wie Sie Ihren Vierbeiner davor schützen. Zum Glück senken schon ein paar einfache Gewohnheiten das Risiko, dass er krank wird.
Halten Sie die Impfungen aktuell
Impfungen schützen Ihren Hund leider nicht vor jeder Krankheit, sie senken das Risiko für bestimmte Krankheiten wie Zwingerhusten aber deutlich. Ausserdem schützen sie ihn vor Parvovirose, Staupe, Leptospirose und der infektiösen Hepatitis (Hepatitis contagiosa canis).
Reinigen Sie seine Sachen regelmässig
Waschen Sie Futter- und Wassernapf sowie das Lieblingsspielzeug häufig, das beugt der Ausbreitung von Hundeerkältungen vor. Besonders wichtig ist das, wenn Ihr Hund Napf und Spielzeug mit anderen Hunden teilt. Wechseln Sie das Wasser zudem mindestens einmal täglich.
Ruhe ist entscheidend
Im Schnitt schlafen Hunde 12 bis 14 Stunden pro Tag. Damit Ihr Hund Krankheiten besser widersteht, achten Sie immer auf genügend Schlaf.
Setzen Sie auf hochwertiges Futter
Sie kennen das Sprichwort «Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern»? Für Hunde gilt es genauso (nicht unbedingt mit Äpfeln, aber Sie verstehen, was gemeint ist). Mit hochwertigem Futter, das alle nötigen Nährstoffe liefert, stärken Sie das Immunsystem Ihres Hundes und beugen Erkältungen und Hundegrippe vor.
Behalten Sie Krankheitsausbrüche im Blick
Am besten schützen Sie Ihren Hund vor der Hundegrippe, indem Sie mögliche Krankheitsausbrüche in Ihrer Region verfolgen.
In der Regel warnt Sie Ihr Tierarzt, sobald etwas im Umlauf ist. Er sagt Ihnen auch, ob zusätzliche Impfungen nötig sind, welche Gebiete Sie meiden sollten und ob Ihr Hund eine Zeit lang im Haus bleiben soll.