Schnurren bei Katzen: Bedeutung & Gründe | Purina
Für alle Katzenhalter ist es ein Moment purer Geborgenheit, es sich mit der schnurrenden Katze gemütlich zu machen.
Das Schnurren ist ein Zeichen dafür, dass sie glücklich und entspannt ist, sich auf Ihrem Schoss wohlfühlt und die vielen Streicheleinheiten geniesst … oder etwa nicht?
Die häufigsten Gründe fürs Schnurren
Katzen drücken ihre Gefühle oft durch Schnurren aus, so wie wir lächeln, wenn wir glücklich sind, und Hunde mit der Rute wedeln. Eine schnurrende Katze ist allerdings nicht immer eine glückliche Katze, und rund um die Gründe für das Schnurren und die Art, wie es entsteht, gibt es noch viele Rätsel.
Generell schnurrt eine Katze zwar auch, wenn sie allein ist, viel häufiger tut sie es jedoch in Gesellschaft einer anderen Katze oder eines anderen Lebewesens (vor allem von Menschen, bei guter Sozialisierung aber auch von Hunden oder anderen Tieren). Man geht deshalb davon aus, dass das Schnurren unter anderem der Verständigung mit einem Gegenüber dient.
Hier einige mögliche Gründe, warum Ihre Katze schnurrt:
Sie ist glücklich
Katzen schnurren häufig, wenn sie glücklich, geborgen und zufrieden sind. Wenn Sie Ihre Katze streicheln und sie zu schnurren beginnt, ist das wahrscheinlich ein gutes Zeichen! Meist kommt eine entspannte Körpersprache dazu, etwa wenn sie sich lang ausstreckt und damit zeigt, dass sie sich sicher fühlt. Ihre Katze sagt Ihnen damit so viel wie «Bitte weiter so!»
Sie hat Angst
Wissenschaftliche Arbeiten haben gezeigt, dass Katzen nicht nur schnurren, wenn sie glücklich sind, sondern auch, wenn sie gestresst sind oder Angst haben. Einer anderen Theorie zufolge ist das Schnurren ein Abwehrmechanismus, der Katzen in belastenden Situationen ruhig bleiben lässt, weil die erzeugten Vibrationen sie entspannen können. Ob diese Hypothese zutrifft, müssen weitere Untersuchungen allerdings erst zeigen. Schnurrt Ihre Katze in Gegenwart eines anderen Lebewesens, kann das bedeuten, dass sie sich Ihre Nähe wünscht, weil sie sich fürchtet. Auch das ist bislang nicht abschliessend geklärt.
Sie beruhigt sich selbst oder bewältigt Schmerzen
Schnurren ist nicht nur ein Mittel der nonverbalen Kommunikation. Die Katze kann sich damit auch selbst beruhigen und Schmerzen bewältigen. Mutterkatzen schnurren häufig während der Wehen, was die Beschwerden lindern kann, und sie schnurren weiter, wenn die Kätzchen auf der Welt sind, damit diese zu ihnen finden und trinken können.
Sie kommuniziert mit ihrer Mutter
Da Kätzchen blind und taub zur Welt kommen, sind die Vibrationen der Mutter für sie überlebenswichtig. Mit ihrem Schnurren führt die Mutter sie zu den Zitzen, damit sie trinken können. Schon im Alter von zwei Tagen beginnen die Kätzchen, sich mit ihrer Mutter und ihren Wurfgeschwistern zu verständigen, indem sie ihrerseits schnurren. So wurde zum Beispiel vermutet, dass Kätzchen schnurren, damit sich die Mutter während des Säugens nicht bewegt.
Sie hat Hunger
Gut geschnurrt ist halb gewonnen! Haben Sie Ihre Katze schon einmal lauter und eindringlicher schnurren gehört, wenn sie Hunger hat? Forscher haben vor Kurzem eine neue Form des Schnurrens beschrieben, das sogenannte «Lockschnurren», das aus dem gewohnten Schnurren einen drängenderen, schreiähnlichen Laut macht. Dazu kann ein Ton kommen, der über die Stimmbänder erzeugt wird. Die Frequenz erinnert an das Weinen eines Babys und weckt in uns instinktiv den Wunsch zu helfen. Ist Ihre Katze hungrig, eilen wir prompt zu den Leckerli!
Warum Katzen schnurren, wissen wir nun. Aber wie erzeugen sie überhaupt einen so faszinierenden Laut?
Wie schnurren Katzen?
Wie genau das Schnurren entsteht, ist nach wie vor nicht restlos erforscht. Untersuchungen deuten darauf hin, dass Muskeln im Hals der Katze die Stimmbänder in Schwingung versetzen. Wenn die Katze ein- und ausatmet, strömt die Luft an den schwingenden Stimmbändern vorbei, und genau das erzeugt sehr wahrscheinlich den Schnurrlaut.
Ebenso wenig ist geklärt, was dieses Phänomen auslöst und warum Katzen überhaupt schnurren. Signale aus dem Gehirn der Katze scheinen die gesamte Bewegung zu steuern, weshalb die Wissenschaft im Schnurren eher ein Muskelzucken sieht als eine stimmliche Verständigung, wie wir Menschen sie kennen.
Wie hilft uns das Schnurren der Katze?
Bekanntlich kann eine Katze im Haushalt helfen, Stress abzubauen. Und das liegt vielleicht nicht nur daran, dass Katzen hübsch anzusehen und weich zum Kuscheln sind, sondern auch an der positiven Wirkung ihres Schnurrens auf uns.
Eine Studie zeigt, dass manche Katzenhalter ein um 40 % geringeres Herzinfarktrisiko haben als Menschen ohne Katze und dass bei diesen Haltern der Blutdruck sinkt, nachdem sie mit ihrer Katze geschmust und ihr sanftes Schnurren gehört haben. Am spannendsten ist jedoch die sogenannte «Heilung durch Assoziation». Dieser Theorie zufolge können Katzen allein durch ihre Anwesenheit beruhigen und dazu beitragen, bestimmte Beschwerden zu lindern. Viele Menschen berichten denn auch, dass ihre Migräne nachlässt, wenn sie sich einfach neben ihre schnurrende Katze legen. Weitere Studien müssen das allerdings erst bestätigen, und ein Ersatz für eine gute medizinische Betreuung ist es auf keinen Fall!
Warum schnurrt meine Katze so laut?
Manche Katzen schnurren lauter als andere, was an individuellen anatomischen Unterschieden oder am Grad der Stimulation liegt. Einige schnurren mit zunehmendem Alter sogar immer lauter, vermutlich weil sich ihre Muskeln und Stimmbänder weiterentwickeln und kräftiger werden, sodass sie mit den Jahren immer «besser» schnurren. Da Schnurren auch dazu dient, sich selbst zu beruhigen und Schmerzen oder Stress zu bewältigen, kann eine Katze in solchen Situationen häufiger schnurren. Verändert sich das Schnurren Ihrer Katze deutlich, kann das auf ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem hinweisen, und Sie sprechen es am besten bei Ihrem Tierarzt an. Schnurrt sie, um auf sich aufmerksam zu machen oder Sie zum Füttern zu bewegen, kann sie das ebenfalls lauter tun, damit Sie es sicher hören. Katzen lernen also mit der Zeit, ihr Schnurren anzupassen.
Warum schnurrt meine Katze im Schlaf?
Im Schlaf zu schnurren hilft vielen Katzen, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Wenn Sie das bei Ihrer Katze beobachten, ist das kein Grund zur Sorge. Es ist einfach ein Mechanismus zur Selbstberuhigung, der darauf hindeuten kann, dass sie gerade schöne Träume hat oder sich rundum wohl und sicher fühlt. Vielleicht reguliert sie damit auch Atmung und Herzschlag, was für einen tieferen und erholsameren Schlaf sorgt. Einige Studien deuten zudem darauf hin, dass Katzen in einer Tonfrequenz schnurren, die die Heilung von Knochen und Gewebe fördert, sodass sie ihren Körper beim Ausruhen möglicherweise selbst regenerieren.
Ist dieses Verhalten für Ihre Katze ungewöhnlich oder fallen Ihnen weitere Veränderungen auf, etwa ein erhöhtes Schlafbedürfnis, eine Wesensveränderung oder Schwankungen bei Appetit und Durst, versucht sie sich womöglich wegen eines zugrunde liegenden Gesundheitsproblems selbst zu beruhigen. Lassen Sie sie in diesem Fall besser tierärztlich untersuchen.
Ab wann schnurren Kätzchen?
Kätzchen beginnen bereits im Alter von wenigen Tagen zu schnurren, meist beim Trinken oder wenn sie sich an ihre Mutter kuscheln. Die Vibrationen des Schnurrens sind die allererste Form der Verständigung mit der Mutter und den Wurfgeschwistern, solange die Kätzchen noch blind und taub sind. Wenn sie grösser und selbstständiger werden, schnurren sie oft weiter, während sie spielen, ihre Umgebung erkunden oder Trost bei ihren menschlichen Freunden suchen.
Warum schnurren Katzen, wenn man sie streichelt?
Katzen schnurren oft beim Streicheln und zeigen damit Zufriedenheit und Wohlbehagen. Streicheleinheiten können die Ausschüttung von Endorphinen anregen, was die Katze glücklich und entspannt macht. Schnurren kann allerdings auch eine Art sein, mit Unbehagen umzugehen. Achten Sie deshalb auf ihr Verhalten und hören Sie auf, wenn sie die Streicheleinheiten nicht zu geniessen scheint.
Warum schnurrt meine Katze nicht?
Tatsächlich schnurren nicht alle Katzen. Manche haben körperliche oder neurologische Probleme, die ihnen das Schnurren erschweren, andere sind schlicht zurückhaltender und unabhängiger oder verständigen sich lieber auf andere Weise. Möglich ist auch, dass Ihre Katze nie die Gelegenheit hatte, das Schnurren zu lernen, etwa weil sie sehr früh von ihrer Mutter getrennt oder nicht richtig sozialisiert wurde.
Interessante Fakten über das Schnurren der Katze
Schnurren könnte bei der Heilung helfen
Wie weiter oben erwähnt, legt eine Studie nahe, dass die tiefe Frequenz des Schnurrens eine Reihe von Vibrationen im Körper der Katze auslöst, die ihr das Atmen erleichtern, ihre Verletzungen heilen und zugleich wie ein Schmerzmittel wirken könnten.
Auch hier braucht es weitere Forschung, um zu klären, ob Heilung und Schnurren direkt zusammenhängen. Wichtig ist ausserdem, dass Schnurren niemals die tierärztliche Versorgung ersetzen darf.
Nicht alle Katzen schnurren
Diese beruhigende Vibration gibt es nur bei Hauskatzen und einigen Wildkatzen. Katzen, die schnurren, können nicht brüllen, und Katzen, die brüllen, können nicht schnurren! Das liegt an einem kleinen Knochen in den Stimmbändern. Bei den brüllenden Arten ist er durch ein elastisches Band ersetzt, das sich dehnen lässt und Grosskatzen ein tiefes, dröhnendes Brüllen ermöglicht. Bei Hauskatzen ist dieses Band dagegen vollständig verknöchert und lässt nur Luftschwingungen beim Ein- und Ausatmen zu.
Eine schnurrende Katze kann glücklich, gestresst, hungrig oder zufrieden sein. Wenn Sie ihr Verhalten beobachten und ihre Stimmung wahrnehmen, erkennen Sie meist recht gut, was sie Ihnen mitteilen möchte.