Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze
Die Schilddrüsenüberfunktion gehört bei Katzen im mittleren und höheren Alter zu den häufigen Erkrankungen. Der Begriff bezeichnet eine übermässige Produktion von Schilddrüsenhormonen durch die Schilddrüsen im Hals. Das kann erhebliche Folgen für die Gesundheit haben, denn die Schilddrüsenhormone steuern die Stoffwechselvorgänge. Entsprechend kann sich die Krankheit auf ganz verschiedene Bereiche des Körpers auswirken.
Wenn Sie befürchten, dass Ihre Katze an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet, finden Sie in diesem Ratgeber alles Wichtige dazu, von den Symptomen, auf die Sie achten sollten, bis zur Lebenserwartung betroffener Katzen.
Wie entsteht eine Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze?
Den meisten Fällen liegt ein gutartiger Tumor der Schilddrüse zugrunde, der zu einer übermässigen Hormonproduktion führt. In wenigen Fällen ist der Tumor allerdings bösartig und breitet sich im Körper aus. Vielleicht hören Sie dabei die Begriffe T3 und T4. T3 steht für Trijodthyronin, die aktive Form des Hormons. T4 steht für Thyroxin, die Vorstufe dieses Hormons. Die Blutwerte beider Formen lassen sich im Rahmen der Diagnose bestimmen.
Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze
Die Schilddrüsenhormone steuern zahlreiche Vorgänge im Körper Ihrer Katze, darunter den Stoffwechsel, den Blutdruck, die Herzfrequenz, die Körpertemperatur und sogar die Verdauung.
Hier eine Liste möglicher Symptome, die Ihnen auffallen könnten:
- Gewichtsverlust (trotz guten Appetits)
- Gesteigerter Appetit und erhöhte Futteraufnahme
- Vermehrter Durst
- Vermehrtes Urinieren
- Hyperaktivität
- Hecheln
- Erbrechen und/oder Durchfall
- Veränderungen am Fell, das struppig, verfilzt oder fettig wirken kann
Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze diagnostizieren
Um eine Schilddrüsenüberfunktion festzustellen, führt Ihr Tierarzt zunächst eine körperliche Untersuchung durch. Die vergrösserte Schilddrüse ist meist nicht sichtbar. Er tastet den Hals deshalb sorgfältig ab und sucht nach einem Kropf, also einer Schwellung der Schilddrüse. In manchen Fällen lässt sich der Kropf allerdings nicht ertasten.
Wahrscheinlich untersucht Ihr Tierarzt zusätzlich das Blut, um die Schilddrüsenhormone zu messen. Bei den meisten Katzen sind die Werte von T3 und/oder T4 erhöht. Manchmal fallen sie jedoch normal aus, und weitere Untersuchungen sind nötig, um die Diagnose zu sichern. Das kommt zum Beispiel vor, wenn Ihre Katze gleichzeitig an einer anderen Krankheit leidet, die den messbaren T4-Wert im Blut senkt.
Schilddrüsenüberfunktion bei der Katze behandeln
Zur Behandlung stehen mehrere Möglichkeiten offen, und Ihr Tierarzt beurteilt, welche davon für Sie und Ihre Katze am besten passt.
Tägliche medikamentöse Behandlung
Am häufigsten kommt ein Medikament zum Einsatz, das die überschüssigen Schilddrüsenhormone der überaktiven Drüse unwirksam macht. Die Behandlung dauert ein Leben lang und erfolgt nach Verordnung des Tierarztes mindestens einmal täglich, als Tablette, als Flüssigkeit oder als Gel, das auf das Ohr aufgetragen wird. Das Medikament hält den Zustand Ihrer Katze unter Kontrolle, heilt die Krankheit aber nicht, und die Symptome kehren zurück, sobald es abgesetzt wird.
Die Operation
In bestimmten Fällen schlägt Ihr Tierarzt eine Operation vor, bei der eine oder beide Schilddrüsen entfernt werden. In den 3 bis 4 Wochen davor geben Sie in der Regel täglich ein Medikament gegen die Überfunktion, damit sich Ihre Katze stabilisiert und das Narkoserisiko sinkt.
Wie jeder Eingriff birgt auch dieser gewisse Risiken. Die Nebenschilddrüse, die den Kalziumspiegel steuert, liegt direkt neben der Schilddrüse und kann während der Operation verletzt werden. Deshalb wird der Kalziumwert danach häufig kontrolliert. Wird zudem nur eine Drüse entfernt, kann die verbleibende weiterhin zu viele Schilddrüsenhormone bilden.
Wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrem Tierarzt für diesen Weg entscheiden, lesen Sie unseren Ratgeber dazu, wie Sie Ihrer Katze nach einer Operation helfen.
Die Radiojodtherapie
Diese Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion kommt seltener zum Einsatz. Das radioaktive Jod wird unter die Haut gespritzt und wirkt gezielt auf das veränderte Schilddrüsengewebe.
So wird das erkrankte Gewebe zerstört, während gesunde Drüsen weitgehend verschont bleiben. Die Methode kann sehr wirksam sein. Bedenken Sie allerdings, dass Ihre Katze dafür in einer speziellen Station für Radiojodtherapie bleiben muss, unter Umständen bis zu sechs Wochen lang.
Was Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion fressen sollten
Am besten lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt einen individuellen Behandlungsplan erstellen. Er bespricht mit Ihnen alle Möglichkeiten, auch das passende Futter für Ihre Samtpfote. Einige allgemeine Empfehlungen für eine gesunde Ernährung können Sie aber schon vorab berücksichtigen:
- Hochwertiges Protein: Als reiner Fleischfresser braucht die Katze Futter mit viel hochwertigem tierischem Protein. Das gilt besonders bei einer Schilddrüsenüberfunktion, denn betroffene Tiere sind meist schon älter und haben oft zusätzlich Nierenprobleme. Für ältere Katzen eignet sich in der Regel ein Seniorenfutter. Fragen Sie aber Ihren Tierarzt, denn Begleiterkrankungen wie eine Nierenschwäche beeinflussen die Futterwahl stark.
- Wenig Kohlenhydrate: Der Verdauungstrakt der Katze ist nicht darauf ausgelegt, grosse Mengen Kohlenhydrate zu verwerten, denn sie bezieht ihre Energie aus Protein und Fett. Kohlenhydrate können zudem zu Übergewicht führen und der Gesundheit Ihrer Katze langfristig schaden.
- Jodarmes Futter: Manchmal lässt sich eine Schilddrüsenüberfunktion über den Jodgehalt im Futter steuern. Dafür bekommt die Katze ein spezielles Futter und sonst nichts. Für Freigängerkatzen eignet sich das kaum, weil sie unterwegs an anderes Futter oder an kleine Säugetiere kommen. Da Jod für die Bildung von Schilddrüsenhormonen nötig ist, kann eine Einschränkung bei manchen Katzen gut wirken.
- Ausreichend Feuchtigkeit: Katzen haben oft ein schwaches Durstgefühl und trinken nicht immer so viel, wie sie sollten. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann der Durst zunehmen und der Bedarf über das Übliche hinausgehen. Geben Sie Ihrer Katze deshalb Nass- oder Dosenfutter, das mehr Wasser enthält und so für genügend Flüssigkeit sorgt. Eine gute Wasserversorgung ist wichtig für die Nieren und für die Gesundheit insgesamt.
Ist eine Schilddrüsenüberfunktion für die Katze schmerzhaft?
In der Regel verursacht eine Schilddrüsenüberfunktion keine Schmerzen. Unangenehm sind aber Symptome wie ständiger Hunger, vermehrter Durst und häufiges Urinieren, Unruhe oder auch Erbrechen und Durchfall. Ihr Tierarzt kann eine passende Behandlung empfehlen, mit der sich die Krankheit in den Griff bekommen lässt, sodass Ihre Katze ein glückliches Leben führen kann.
Welche Katzenrassen sind besonders anfällig für eine Schilddrüsenüberfunktion?
Offenbar steigt das Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion mit dem Alter. Betroffen sein kann jedoch jede Rasse, weshalb alle Katzenhalter auf die typischen Symptome achten sollten. Laut vcahospitals.com wird die Schilddrüsenüberfunktion bei einigen Katzenrassen seltener festgestellt, nämlich bei der Siamkatze, der Burma-Katze, der Persischen Langhaarkatze, der Abessinierkatze und der Himalaya-Katze.
Schilddrüsenüberfunktion im fortgeschrittenen Stadium
Schreitet die Krankheit trotz der tierärztlich empfohlenen Behandlung fort oder wird sie erst spät entdeckt, kann die Katze im fortgeschrittenen Stadium abmagern, Nierenprobleme entwickeln und sogar ihr Augenlicht verlieren. Auch Herzprobleme kommen recht häufig vor und können tödlich enden. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Tierarzt, sobald Ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt, und lassen Sie die Krankheit nicht unbehandelt.
Lebenserwartung von Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion
Mit einer passenden Behandlung und einer lebenslangen Kontrolle können Katzen mit dieser Diagnose noch viele Jahre glücklich leben. Ein früher Gang zum Tierarzt lohnt sich, damit Ihre Katze behandelt wird, bevor sie zu stark abnimmt oder ihre lebenswichtigen Organe Schaden nehmen. Manche Tierarztpraxen bieten für ältere Katzen jährliche Blutuntersuchungen an. Sie umfassen meist ein Screening auf Krankheiten, die in diesem Alter häufig sind, und helfen, eine Schilddrüsenüberfunktion früh zu erkennen.