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positive Hundeerziehung

Positive Hundeerziehung

4 Min. Lesezeit

Was ist positive Hundeerziehung?  

Die positive Hundeerziehung beruht auf Erziehungsmethoden, die das Tier als Individuum respektieren und fördert den freundschaftlichen Umgang. Sie berücksichtigt den Hund, sein Temperament sowie seine Umgebung. Ziel ist es, den Hund durch Belohnungen und ganz ohne Zwang zu einem bestimmten Verhalten zu ermutigen.  

Bei der positiven Erziehung belohnen Sie also Verhaltensweisen, die Sie sich wünschen, und ignorieren Verhaltensweisen, die Sie nicht wünschen – oder leiten diese um. 

Sie kennen wahrscheinlich das Clickertraining, bei dem eine Art Knackfrosch und ein Leckerli in Kombination verwendet werden. Es gibt auch die Methode «Do as I do» (Tu, was ich tue), bei dem das Tier dazu angeleitet wird, eine von Herrchen bzw. Frauchen ausgeführte Bewegung nachzuahmen. 

Positive Erziehung basiert auf Wohlwollen, aber das bedeutet nicht, dass man einfach alles durchgehen lässt. Zu seiner Sicherheit werden Grenzen gesetzt, aber stets unter Berücksichtigung des Wohlergehens des Hundes. 

Welche Unterschiede bestehen zwischen positiver Erziehung und den klassischen Erziehungsmethoden? 

Positive Erziehung steht im Gegensatz zu den traditionellen Methoden, die auf Gehorsam um jeden Preis und dem Einsatz von Zwang und Bestrafung beruhen. Dabei werden Würge-, Elektro- und Stachelhalsbänder eingesetzt. Diese sind schmerzhaft und für das Wohlergehen des Hundes schädlich.  

Bei der positiven Erziehung geht es darum, eine harmonische Beziehung zwischen Mensch und Hund aufzubauen. Bei den klassischen Erziehungsmethoden hingegen ist die Unterwürfigkeit des Hundes der Fokus. Dabei soll der Hund vom Besitzer oder der Besitzerin dominiert werden und gilt nicht als Partner (oder Anführer) wie bei der positiven Erziehung.  

Studien zeigen, dass das Lernen mit Zwangsmethoden zwar kurzfristig funktioniert, aber zu Angst führt, was die Beziehung zwischen Mensch und Tier stark beeinträchtigt. Umgekehrt dauert das Lernen bei der positiven Erziehung zwar länger, ist aber viel nachhaltiger und festigt die Beziehung des Hundehalters zu seinem Hund. 

Was sind die Grundsätze der positiven Erziehung? 

Positive Erziehung basiert auf positiver Verstärkung. Dabei wird gutes Verhalten durch eine Belohnung gefördert (bzw. verstärkt). Wenn Sie Ihrem Hund einen Befehl geben, handelt er nicht aus Pflicht, sondern aus eigenem Willen, denn er profitiert davon: Für ihn lockt schliesslich eine Belohnung. Diese kann verschieden aussehen:  

  • ein Leckerli 

  • eine Streicheleinheit 

  • ein Spielzeug 

  • Lob 

Gute Verhaltensweisen sind jene, die Sie sich von Ihrem Hund wünschen. Es ist wichtig, dass Sie mit dem Hund Übungen machen, die zu seinen Bedürfnissen und seiner Rasse passen. Beispielsweise wäre es nicht sinnvoll, Ihren Hund dazu zu bringen, auf den Hinterbeinen zu laufen, da dies kein natürliches Verhalten ist. Zudem kann dies sogar schmerzhaft für seine Gelenke sein. Trainieren Sie stattdessen lieber die Befehle Sitz und Platz, den Rückruf, dass er nicht an der Leine zieht oder auf Befehl bellt. 

Für die positive Erziehung ist es fundamental, dass Sie mit Ihrem Hund entspannt und mit sanfter Stimme sprechen.

positive Hundeerziehung

Hunde können die Gefühle von Menschen mühelos erkennen. Anhand des verwendeten Tonfalls oder Ihrer Gesichtszüge können sie feststellen, ob Sie gut oder schlecht gelaunt sind. Wenn der Tonfall ernst oder genervt ist, wird Ihr Hund gestresst und hat weniger Lust, die Übung zu machen. 

Was sind die Vorteile der positiven Erziehung? 

Für positive Erziehung sprechen zahlreiche wissenschaftliche Studien, die Vorteile sind also bekannt: 

  • Sie fördert die Verbundenheit zwischen Hund und Besitzer (Haverbeke et al. 2010); 

  • Sie ermöglicht, dass der Hund die Befehle langfristig lernt (Rooney und Cowan 2011); 

  • Sie reduziert Verhaltensstörungen (Arhant et al 2010; Herron et al 2009); 

  • Sie trägt zum Wohlbefinden des Hundes bei, indem sie seinen Alltag bereichert.

Häufige Fehler in der positiven Erziehung: 

1. Unmittelbare Ergebnisse erwarten

Positive Erziehung dauert seine Zeit, denn man muss sich in den Kopf des Hundes versetzen können. Es muss Ihnen gelingen, dem Hund klarzumachen, was Sie von ihm erwarten. Dazu müssen Sie schrittweise vorgehen. Beginnen Sie beispielsweise damit, dass er eine Sekunde sitzen bleibt. Erhöhen Sie die Zeit danach auf drei bzw. fünf Sekunden. Damit die Übung für den Hund ein Spiel bleibt, müssen Sie sein Tempo einhalten.  

Wiederholen Sie die Übungen zudem regelmässig und trainieren Sie höchstens 15 Minuten, damit der Hund aufmerksam bleibt. 

2. Die Signale, die Ihr Hund Ihnen gibt, nicht erkennen

Wenn Sie mit Ihrem Hund sprechen, müssen Sie seine Reaktion beachten. Wenn er sich die Lippen leckt, gähnt oder den Blick abwendet, fühlt er sich nicht mehr wohl. Wahrscheinlich hat er nicht verstanden, was Sie von ihm wollen, oder aber der Zeitpunkt stimmt nicht. Spielen Sie einfach ein bisschen mit ihm. Versuchen Sie später eine andere Übung. 

3. Verschiedene Befehle verwenden

Hunde verstehen unsere Sprache nicht, aber sie orientieren sich (unter anderem) an den Wörtern, die wir verwenden. Wenn Sie also für das gleiche Kommando immer andere Begriffe wählen, wird der Hund nicht verstehen, was Sie wollen. Alle Familienmitglieder müssen sich daher auf die zu verwendenden Befehle einigen.  

4. Unattraktive Belohnungen anbieten

Die Belohnung, die Sie Ihrem Hund anbieten, sollte immer attraktiver sein als das, was er gerade tun möchte. Ihre Belohnung muss also attraktiver sein als ein Vogel, der ein paar Meter entfernt sitzt, oder der Artgenosse, mit dem er spielen könnte. Um mit diesen mithalten zu können, müssen Sie herausfinden, was Ihr Hund mag. Ein Leckerbissen mit Fisch oder Poulet, ein paar Streicheleinheiten oder einfach ein Lob. Jeder Hund hat seine eigenen Vorlieben.  

5. Dressur mit Erziehung verwechseln

Dressur bedeutet Zwang, während Erziehung eher mit Lernen gleichzusetzen ist. Die Idee der positiven Erziehung ist es, mit dem Hund eine Kooperation anzustreben, um harmonisch mit ihm zu leben. Ihren Hund zu unterwerfen und bei der Erziehung zu zwingen, sind überholte Methoden, deren Schaden sowohl für den Hund als auch für die Beziehung, die Sie zu ihm haben, sehr gross ist. 
Bei der positiven Erziehung bringt der Mensch dem Hund Befehle bei, respektiert ihn aber gleichzeitig. So macht das Lernen Spass und bleibt lange erhalten. Das sind wichtige Elemente, um eine schöne Beziehung zu Ihrem Hund zu pflegen.