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Hundefutter selber machen

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Oktober 21, 2026
4 Min. Lesezeit
Golden Retriever in einer Küche

Wir lieben unsere Hunde und wollen nur das Beste für sie. Kein Wunder also, dass das Interesse an selbst gekochtem Hundefutter wächst. Hier erfahren Sie alles Wichtige dazu und warum Sie vor der Umstellung auf eine selbst zubereitete Ration besser eine fachliche Ernährungsberatung einholen.

Unsere Hunde sind unsere besten Freunde und gehören zur Familie. Da liegt die Frage nahe, ob sie bei unseren Mahlzeiten nicht einfach mitfressen dürfen, denn der Weg zum Herzen der meisten Hunde führt nun einmal über den Magen. Ganz so einfach wie eine zusätzliche Portion vom eigenen Essen ist es allerdings nicht. Selbst gekochtes Hundefutter richtig hinzubekommen, ist anspruchsvoll. Sie müssen sicherstellen, dass Ihre Zubereitung den gesamten Nährstoffbedarf Ihres Hundes deckt. Deshalb raten wir davon ab, ohne Rücksprache mit einem Tierarzt oder einem Ernährungsberater für Tiere auf eine selbst zubereitete Ration umzustellen. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, für Ihren Hund zu kochen, lesen Sie am besten weiter. 

In diesem Artikel

Ist selbst gekochtes Hundefutter gesünder? 

In der Regel nicht! Laut dem American Kennel Club halten viele Tierärzte selbst gekochtes Futter nicht für besser als ein Fertigfutter. Bislang fehlen Belege dafür, dass Selbstgekochtes Vorteile bringt, die ein bedarfsdeckendes Trocken- oder Nassfutter, also ein Alleinfuttermittel, nicht ohnehin bietet. Tierärzte befürchten im Gegenteil, dass selbst gekochtes Hundefutter der Gesundheit mitunter schadet, vor allem wenn die Ration nicht sauber berechnet oder ohne Unterstützung durch einen anerkannten Ernährungsberater oder Tierarzt zusammengestellt wird. 

Welche Vorteile kann selbst gekochtes Hundefutter haben? 

  • Sie behalten die volle Kontrolle über die Ernährung Ihres Hundes, weil Sie selbst bestimmen, was in den Napf kommt.
  • Selbst zubereitete Rationen können bei Nahrungsintoleranzen helfen, weil Sie Zutaten weglassen können, die Ihrem Hund schon einmal Probleme bereitet haben. Inzwischen gibt es allerdings so viele Fertigfutter für Hunde mit Allergien und Unverträglichkeiten, dass eine Umstellung allein aus diesem Grund selten nötig ist. 

Und die Risiken?

  • Viele Rezepte sind nicht bedarfsdeckend und liefern dem Hund langfristig nicht alles, was er braucht. Das birgt das Risiko eines Nährstoffmangels und späterer Gesundheitsprobleme.
  • Rezepte für selbst gekochtes Hundefutter stammen oft nicht von Ernährungsberatern oder Tierärzten. Sie enthalten mitunter zu viel oder zu wenig von bestimmten Nährstoffen, und beides kann gefährlich werden.
  • Fehlt eine bestimmte Zutat im Haus, ist die Versuchung gross, sie einfach durch eine andere zu ersetzen. Genau das kann die Ration aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Wer rohes Fleisch oder rohe Eier verwendet, riskiert, dass sich der Hund Parasiten einfängt oder mit Bakterien wie Salmonellen infiziert. Diese bakteriellen Infektionen können auch auf den Menschen übergehen, beim Umgang mit dem Futter oder beim Beseitigen des Kots.
  • Die Portionsgrössen lassen sich nur schwer einschätzen. Hunde, die selbst zubereitetes Futter bekommen, werden deshalb häufig über- oder unterversorgt. 

Wenn Sie sich mit all dem im Hinterkopf für selbst gekochtes Hundefutter entscheiden, empfehlen wir Ihnen dringend, einen Tierarzt oder einen Ernährungsberater für Hunde beizuziehen. So stellen Sie sicher, dass die Ration Ihren Hund langfristig gesund hält. Ausserdem raten wir, nur Rezepte auszuprobieren, die eine Fachperson mit klar nachgewiesener und in der Branche anerkannter Qualifikation erstellt hat. Denken Sie daran, dass sich im Internet jeder als Experte ausgeben kann. Prüfen Sie deshalb genau, wer hinter einem Rezept steht. 

Was gehört in ein Rezept für selbst gekochtes Hundefutter? 

Wie wir Menschen braucht auch Ihr Hund eine Reihe lebenswichtiger Nährstoffe, darunter Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Ballaststoffe und essenzielle Fettsäuren. Dazu kommen zahlreiche Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe. Es genügt allerdings nicht, dass alle nötigen Nährstoffe enthalten sind, sie müssen auch im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Genau deshalb ist es so schwierig, den Nährstoffbedarf eines Hundes zu decken, und genau deshalb raten wir, eine selbst gekochte Ration nur mit fachlicher Unterstützung zusammenzustellen. 

Welche Zutaten gehören nicht in selbst gekochtes Hundefutter? 

Viele Lebensmittel für Menschen dürfen Hunde nie bekommen. Diese Zutaten haben in Ihrem Rezept nichts verloren: 

  • Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch, die Magen-Darm-Probleme verursachen und die roten Blutkörperchen schädigen können
  • Schokolade, deren Theobromin für Hunde hochgiftig ist und Magen-Darm-Beschwerden, Herzprobleme sowie Schäden am zentralen Nervensystem auslöst
  • Macadamia-Nüsse, die Giftstoffe enthalten und Muskeln sowie Nervensystem Ihres Hundes beeinträchtigen können
  • Avocado, die Erbrechen und Durchfall auslösen kann und Persin enthält, das mit Herzproblemen in Verbindung gebracht wird
  • Xylit, ein künstlicher Süssstoff, der oft in Erdnussbutter steckt und eine Unterzuckerung sowie unter Umständen Leberschäden auslösen kann
  • Alkohol, der für Hunde schon in kleinen Mengen extrem gefährlich ist, denn eine Alkoholvergiftung kann Erbrechen, Durchfall und Koordinationsstörungen hervorrufen, in schweren Fällen auch Krampfanfälle und Koma
  • Gekochte Knochen, die zum Ersticken führen können und leicht splittern, wobei die Bruchstücke den Darm Ihres Hundes durchbohren können
  • Trauben und Rosinen, die für Hunde hochgiftig sind und schwere Leberschäden bis hin zum Nierenversagen verursachen können 

Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu giftigen Lebensmitteln für Hunde.

Dürfen Hunde jeden Tag selbst gekochtes Futter fressen? 

Ja, Hunde dürfen jeden Tag selbst gekochtes Futter fressen, sofern Sie sich von einem tierärztlichen Ernährungsberater begleiten lassen und so sicherstellen, dass Ihr Hund Vitamine und Nährstoffe im richtigen Verhältnis erhält. Der Nährstoffbedarf von Hunden ist komplex, und eine selbst gekochte Ration zu planen ist schwieriger, als es aussieht. Selbst Nahrungsergänzungen können gefährlich werden, wenn Ihr Hund am Ende zu viel von einzelnen Nährstoffen bekommt. Besprechen Sie das deshalb am besten mit einem zertifizierten tierärztlichen Ernährungsberater, der Ihnen bei der Zusammenstellung einer ausgewogenen Ration hilft.

Ist selbst gekochtes Hundefutter günstiger? 

Rechnet man die Zutaten sowie den Aufwand und die Zeit für die Zubereitung zusammen, kommt selbst gekochtes Hundefutter am Ende oft teurer als ein Fertigfutter. Machbar ist es trotzdem. Die Kosten hängen von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Qualität der Zutaten, von den Portionsgrössen, die Ihr Hund braucht, von allfälligen besonderen Ernährungsbedürfnissen und vom Preis der Ergänzungen, die eine ausgewogene Ration erst möglich machen. 

Worauf Sie beim Selberkochen sonst noch achten sollten 

Wie erwähnt ist es sehr anspruchsvoll, ein gesundes und ausgewogenes Futter selbst zu kochen. Wenn Sie die Ration Ihres Hundes zusammenstellen, spielen mehrere Punkte mit hinein.

Besondere Gesundheitsprobleme

Hat Ihr Hund bestimmte gesundheitliche Probleme, muss die Ration darauf abgestimmt werden. Ist er übergewichtig, sollte zum Beispiel der Fettanteil gesenkt werden.

Nahrungsergänzung

Je nach Rezept müssen Sie unter Umständen bestimmte Nährstoffe ergänzen. Ihr tierärztlicher Ernährungsberater sagt Ihnen, welche das sind.

Die richtige Futtermenge

Vergessen Sie nicht, dass es für selbst gekochtes Futter keine Fütterungsempfehlung gibt. Sie müssen also genau ausrechnen, wie viele Kalorien Ihr Hund pro Tag braucht, abhängig von Aktivität, Rasse und Gewicht. Bei selbst gekochten Mahlzeiten wird schnell zu viel gefüttert. Berechnen Sie die Portionen deshalb sorgfältig. Auch dabei hilft Ihnen Ihr Ernährungsberater.

Fleisch immer durchgaren

Rohfütterung liegt bei Hunden im Trend, unser Tierärzteteam rät trotzdem davon ab, denn rohes Fleisch birgt das Risiko einer Infektion mit Bakterien oder Parasiten, die Ihren Hund schwer krank machen können. Garen Sie Fleisch deshalb immer, bevor Sie es Ihrem Hund geben. Hier finden Sie unseren ausführlichen Ratgeber zur Rohfütterung beim Hund.

Regelmässig zum Tierarzt

Wenn Sie für Ihren Hund selbst kochen, planen Sie am besten regelmässige Termine in der Tierarztpraxis ein. So lässt sich prüfen, ob Ihr Hund aus seiner Ration wirklich alles bekommt, was er braucht. Ihr Tierarzt kontrolliert Gesundheit und Wohlbefinden und achtet darauf, dass Ihr Hund nicht zu viel ab- oder zunimmt. Vereinbaren Sie einige Wochen nach der Umstellung einen ersten Termin und danach weitere Kontrollen, je nach Empfehlung Ihres Tierarztes etwa zweimal pro Jahr.

Machen Sie sich bewusst, wie schwierig es ist, eine wirklich bedarfsdeckende Ration selbst zusammenzustellen. Und oft ist sie auch teuer. Wer sich diesen Aufwand ersparen möchte, greift besser zu einem hochwertigen Alleinfuttermittel aus dem Handel. Das ist nicht nur deutlich einfacher, Sie können sich auch darauf verlassen, dass Ihr Hund alles bekommt, was er für ein gesundes Leben braucht.

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