Wehen und Geburt

Katzen sind gut darauf vorbereitet, die Strapazen der Geburt zu ertragen. Dennoch gibt es ein paar Dinge, mit denen Sie Ihrer Katze helfen können.
Wehen und Geburt
Wehen und Geburt
Wehen und Geburt

Trächtige Katzen können sich bestens um sich selbst kümmern. Natürlich gibt es ein paar Dinge, die Sie wissen sollten, damit auch alles möglichst glatt verläuft.

Die Geburt steht kurz bevor

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze in der letzten Woche der Trächtigkeit von anderen Haustieren und von Kindern ferngehalten wird, da Katzen in der letzten Phase der Trächtigkeit sehr aggressiv werden können. Versuchen Sie, die Katze in dieser Zeit möglichst ruhig und untätig zu halten und sie an die Gebärstätte zu gewöhnen.

Sie können aus einem mindestens 60 x 90 cm grossen und etwa 45 cm hohen Karton eine Gebärstätte anfertigen. Dieser Karton sollte vorzugsweise einen Deckel haben, der dabei hilft, die neugeborenen Kätzchen warm zu halten und zu schützen, daneben aber auch seitlich ein ausreichend grosses Loch haben, das der Mutter als Ein- bzw. Ausgang dient. Legen Sie den Karton mehrere cm dick mit geschreddertem Zeitungspapier aus und überdecken Sie dieses mit einer Decke oder einem alten Hemd. Abschliessend stellen Sie den Karton an einem warmen und ruhigen Ort auf.

Am besten versuchen Sie, Ihre Katze an dieses Spezialbett zu gewöhnen. Katzen suchen von Natur aus nach einem Bereich, wo sie ihren Nachwuchs zur Welt bringen können. Daher werden sie sich, falls keine Gebärstätte vorhanden sein sollte, einen anderen geeigneten Ort suchen – möglicherweise die Bodenfläche Ihres Kleiderschranks!

Niederkunft

Sobald der Katzenwelpe geboren ist, öffnet die Mutter die Fruchtblase. Falls nicht, müssen Sie hierbei eventuell beim Zerreissen der Fruchtblase mittels eines Handtuchs helfen (verwenden Sie hierfür niemals scharfe Gegenstände), damit der Welpe atmen kann.

Nach jeder Geburt verzehrt die Mutter den Mutterkuchen und reinigt jedes Kätzchen. Dies stellt wichtiges Mutterverhalten dar und ist dafür erforderlich, dass zwischen der Mutter und den Kätzchen eine innige Bindung entsteht. Sollte die Mutter das dünne Häutchen vom Gesicht der Kätzchen jedoch nicht entfernen können, müssen Sie eingreifen und Mund und Nase sanft von der dünnen Haut befreien. Reiben Sie das Kätzchen zügig mit einem sauberen Tuch gegen den Strich trocken (gut geeignet sind Gesichtshandtücher, da sie aufgrund ihrer Grösse das Kätzchen abdecken, Sie aber nicht am Abtrocknen hindern). Zu guter Letzt rubbeln Sie das Kätzchen kräftig mit einem warmen Tuch ab, was es trocknet, aufwärmt und zu seinem ersten Atemzug anregt.

Daneben beisst die Mutter noch die Nabelschnur durch. Sollte dies nicht erfolgen, ist Ihre Hilfe erneut erforderlich. Binden Sie die Nabelschnur ca. 2,5 cm vor ihrem Ansatz am Körper des Kätzchens mit Zahnseide ab und durchtrennen Sie die Nabelschnur auf der zur Mutter zeigenden Seite des abgebundenen Bereichs. Schneiden Sie die Nabelschnur nicht zu dicht am Kätzchen durch, da dies Infektionen oder sogar den Tod verursachen könnte. Sollten Sie bemerken, dass die Mutter die Nabelschnur in zu geringer Entfernung vom Welpen zu durchbeissen versucht, hindern Sie die Katze daran und machen dies selbst.

Nach der Geburt

Die gesamte Niederkunft dauert in der Regel zwischen 2 und 5 Stunden, kann aber bis zu 12 Stunden betragen. Sollten Sie feststellen, dass das Muttertier zu irgendeinem Zeitpunkt Schwierigkeiten mit dem Gebären hat, tragen Sie etwas Vaseline auf, um die Geburt der einzelnen Kätzchen zu erleichtern. Solle sich Ihre Katze augenscheinlich über eine halbe Stunde lang ergebnislos anstrengen, kontaktieren Sie Ihren Tierarzt.

Die Würfe bestehen gewöhnlich aus 4 bis 6 Kätzchen, wobei aber auch Würfe mit nur einem oder zwei Kätzchen häufig vorkommen. Sobald alle Kätzchen geboren sind, überlassen Sie die restliche Pflege Ihrer Katze. Sollte die Mutter jedoch kein grosses Interesse zeigen, sich um ihre Kätzchen zu kümmern, müssen Sie vielleicht einspringen –  und sofort Ihren Tierarzt um Rat fragen.