Der Milchtritt, umgangssprachlich auch «Kneten» oder «Treteln» genannt, ist ein herziges Verhalten und zeigt sich meist dann, wenn Ihre Katze sich rundum wohlfühlt. Manchmal kann er allerdings zum echten Problem werden. Vielleicht fragen Sie sich, warum Ihre Katze das tut, und möchten wissen, was dahintersteckt. Genau dafür haben wir in diesem Ratgeber alles Wissenswerte für Sie zusammengetragen.
Kneten gehört zu den häufigsten Verhaltensweisen der Katze. Sie schiebt die Pfoten dabei rhythmisch und abwechselnd vor und zurück. Für viele sieht es aus, als würde sie Teig kneten, daher kommt der Name. Am liebsten knetet die Katze weiche Unterlagen wie eine Decke, ein Kissen oder, am allerhäufigsten, Ihren Schoss beim Schmusen.
Wenn Ihre Katze das auch tut, fragen Sie sich bestimmt, woher diese Bewegung eigentlich kommt. Deshalb haben wir diesen Artikel zusammengestellt, der Ihnen die Wahrheit über die Backkünste Ihrer Samtpfote verrät.
Was ist der Milchtritt bei Katzen?
Die meisten Katzen kneten, aber nicht alle auf dieselbe Art. Die Pfotenbewegung bleibt meist dieselbe, doch was sie begleitet, kann sich unterscheiden. Die eine schnurrt dabei sehr laut, die andere ganz leise. Manche setzen nur die Vorderpfoten ein, andere geben alles und nehmen alle vier dazu. Fast jede Katze zeigt zumindest die typische Knetbewegung. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass eine knetende Katze wie in Trance wirkt und einen leicht glasigen Blick bekommt. Das heisst schlicht, dass sie vollkommen entspannt ist.
Warum machen Katzen den Milchtritt? Was bedeutet dieses Verhalten?
Dafür, dass Katzen eine Decke oder einen anderen weichen Gegenstand kneten, gibt es gleich mehrere Gründe. Oft drücken sie damit schlicht ihr Wohlbehagen aus. Ihre Katze knetet vielleicht auch auf Ihrem Schoss, um Ihnen ihre Zuneigung und Zufriedenheit zu zeigen. Und eine gestresste Katze knetet mitunter, um sich selbst zu beruhigen.
Der Milchtritt ist ein instinktives Verhalten aus den ersten Lebenswochen. Wenn Kätzchen bei der Mutter trinken, treten sie mit den Pfoten gegen deren Bauch, damit die Milch aus den Zitzen besser fliesst.
Deshalb sabbern manche Katzen beim Kneten oder nuckeln an etwas Weichem wie einer Decke oder einem Kissen. Sie erwarten die Milch, die früher zu dieser Bewegung gehörte.
Dass der Milchtritt auch im Erwachsenenalter bleibt, mag erstaunen. In Wirklichkeit ist er, so Blue Cross, ein grosses Kompliment an Sie. Knetet Ihre Katze bei Ihnen, fühlt sie sich glücklich, sicher und geborgen, genau wie damals bei ihrer Mutter!
Warum knetet meine Katze ihr Körbchen?
Für viele Katzen ist es ausgesprochen entspannend, eine weiche Unterlage wie das eigene Körbchen zu kneten. Die rhythmische Bewegung und das kuschelige Lager vermitteln ihnen Geborgenheit und Sicherheit. Zugleich hilft ihnen das Kneten, zur Ruhe zu kommen.
Warum knetet meine Katze meine Decke und schnurrt dabei?
Knetet Ihre Katze eine Decke und schnurrt dabei, ist sie entspannt oder auf dem Weg dorthin, genau wie beim Körbchen. Zugleich kann sie die Decke mit ihrem Geruch als ihr Revier markieren. Das ist die Art Ihrer Katze, Ihnen zu sagen: «Fass das nicht an, das gehört mir.»
Machen Katzen den Milchtritt, wenn sie traurig sind?
Eine traurige Katze kann durchaus kneten, um sich eine beruhigende Umgebung zu schaffen, in der sie sich wohl und sicher fühlt. Häufig ist das allerdings nicht. Der Milchtritt zeigt sich vor allem dann, wenn Katzen entspannt, zufrieden und anhänglich sind.
Weitere häufige Gründe, warum Katzen kneten und auf Ihnen herumtreten
Nestbau
Wildkatzen treten Laubhaufen oder hohes Gras platt, um sich und ihren Jungen ein Nest zum Ruhen und Schlafen zu formen. So entsteht ein weiches Lager, ähnlich wie wenn wir unsere Kissen aufschütteln. Gleichzeitig prüfen sie, ob sich Beute, Fressfeinde oder gefährliche Dinge im Dickicht verbergen. Wenn Ihre Hauskatze dasselbe auf Ihrem Schoss tut, steckt also vielleicht eine Gewohnheit aus ihrer wilden Vergangenheit dahinter!
Das Revier markieren
Eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem Milchtritt lautet, dass Ihre Katze ihr Revier markieren möchte. In ihren Pfotenballen sitzen Duftdrüsen, die Pheromone abgeben. Schiebt sie die Pfoten vor und zurück, aktiviert sie diese Drüsen. Tut sie das auf Ihrem Schoss, will sie Sie vielleicht als ihr Eigentum kennzeichnen und anderen Katzen zu verstehen geben, dass sie Abstand halten sollen. Die häufigste Form der Markierung ist das allerdings nicht. Meist nutzt die Katze dafür ihre Krallen an senkrechten Flächen, wo sie neben dem Duft auch eine sichtbare Spur hinterlässt.
Die Rolligkeit
Katzen können auch dann kneten, wenn sie rollig werden, also während des sogenannten Östrus. Damit signalisieren sie den Katern, so PetMD, dass sie paarungsbereit sind. Dazu kommen oft weitere Anzeichen, etwa auffällig lautes Miauen, mehr Anhänglichkeit als sonst oder ein starker Drang nach draussen.
Eine Kastration kann diese Verhaltensweisen abschwächen, sofern sie mit der Rolligkeit zusammenhängen. Und natürlich verhindert sie ungewollten Nachwuchs und beugt einigen Krankheiten vor. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Kastration der Katze.
Was tun, wenn der Milchtritt Ihrer Katze wehtut?
Manche Katzen kneten mit ausgefahrenen Krallen und behandeln Ihren Schoss dabei wie ein Nadelkissen!
Bestrafen Sie Ihre Katze dafür auf keinen Fall. Sie folgt einem Instinkt und gibt Ihnen nur die Zuneigung zurück, die sie bei Ihnen spürt. Mit ein paar Kniffen lässt sich das Risiko von Kratzern aber deutlich senken.
Gräbt Ihre Katze die Krallen etwas zu tief ein, legen Sie etwas Weiches wie ein Kissen oder eine Decke dazwischen. Sie können sie auch zum Hinlegen und Entspannen bewegen, indem Sie sie streicheln und sanft auf Ihren Schoss hinunterdrücken. Genauso gut lenkt ein Spielzeug sie ab, dann verschwinden die Krallen von selbst. Und schliesslich hilft es, die Krallen kurz und gesund zu halten, damit der Milchtritt Ihnen nicht wehtut.
Kann etwas so Angenehmes zum Problem werden?
Ja. Recht häufig geht der Milchtritt mit einem Saugen einher, wie es Kätzchen bei der Mutter zeigen. Problematisch ist das an sich nicht, höchstens werden Kissen, Decke oder Ihr Bademantel etwas feucht. Manchmal reisst die Katze dabei allerdings den Stoff ein und verschluckt ihn sogar. Trifft das auf Ihre Katze zu, wenden Sie sich an eine Tierarztpraxis für Verhaltensmedizin und beginnen Sie eine Behandlung, denn dahinter kann ein ernstes Problem stecken.
Damit ist hoffentlich geklärt, warum Katzen den Milchtritt machen. Sie wissen nun, dass Sie ihn als das schönste Kompliment nehmen dürfen, das Ihre Katze Ihnen machen kann.