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Übermässige Fellpflege bei Katzen

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November 02, 2026
4 Min. Lesezeit
Orangefarbene Katze bei der Fellpflege

Übermässige Fellpflege kann eine Reaktion auf Veränderungen im Umfeld Ihrer Katze sein, mit denen sie nur schwer zurechtkommt. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für übermässige Fellpflege bei Katzen.

Ihre Katze hält ihr Fell von Natur aus gerne sauber und verbringt damit mitunter bis zu 50 % ihrer wachen Zeit. Manchmal kippt dieses Verhalten jedoch in eine übermässige Fellpflege. Hier erfahren Sie, warum das passiert und wie Sie Ihrer Katze helfen können. 

In diesem Artikel

Was ist übermässige Fellpflege bei Katzen?

Von übermässiger Fellpflege oder Putzzwang spricht man, wenn Ihre Katze sich so ausgiebig leckt, dass die Haut sich entzündet, wund wird oder Haare ausfallen. In extremen Fällen beisst sich eine Katze sogar in einzelne Hautpartien. Manchmal ertappen Sie Ihre Katze mitten in der übermässigen Fellpflege oder bemerken verletzte Haut und ein lückenhaftes Fell. In anderen Fällen finden Sie nur die Spuren, etwa Haarbüschel hinter dem Sofa.

Was sind die Ursachen für übermässige Fellpflege bei Katzen?

Übermässige Fellpflege hat zwei Hauptursachen. Die erste ist verhaltensbedingt und tritt auf, wenn die Katze sich exzessiv leckt, um Stress abzubauen. Fachleute sprechen dann von psychogener Alopezie. Die zweite ist medizinisch bedingt und liegt vor, wenn Hautallergien oder Hautparasiten die Hauptrolle spielen.

Übermässige Fellpflege zum Stressabbau

Auf den ersten Blick fällt es vielleicht nicht auf, doch das Zuhause kann für Ihre Katze sehr stressig werden. Was die Katzenseele belastet, wiegt auf unserer menschlichen Skala nicht immer schwer, richtet aber genauso viel Wirbel an wie bei uns ein Streit im Job oder ein dringender Auftrag in letzter Minute.

Die grösste Stressquelle für Katzen sind andere Katzen, ob im selben Haushalt oder in der Nachbarschaft. Von Natur aus ist die Katze eine Einzelgängerin, und das Zusammenleben mit Artgenossen kann sie stark belasten. Dieser Stress zeigt sich nicht immer als Aggression, manche Katzen kuscheln zu Hause sogar friedlich miteinander. Er kann sich aber leiser äussern, etwa durch übermässige Fellpflege.

Zu den weiteren besonders stressigen Ereignissen für eine Katze gehören:

  • Ein Umzug
  • Neue Möbel
  • Ein neues Familienmitglied
  • Ein neuer Tagesrhythmus

Bevor Sie etwas an Ihrem Alltag ändern, überlegen Sie, ob die Neuerung Ihre Katze treffen könnte. Katzen sind Gewohnheitstiere und reagieren als Erste auf alles Neue in Ihrem Leben. Genau diese Liebe zur Routine zeigt aber auch, wie sich die übermässige Fellpflege wieder in den Griff bekommen lässt. 

Setzen Sie auf Regelmässigkeit
Ob die Veränderung gross oder klein ist, achten Sie genau darauf, wie Ihre Katze reagiert. Manchmal ist es sinnvoll, ihr so viele vertraute Fixpunkte wie möglich zu erhalten. Füttern Sie sie weiterhin zur gewohnten Zeit, am selben Ort und aus demselben Napf. Ihre Katze wird diese kleine Portion Stabilität wahrscheinlich zu schätzen wissen. In anderen Fällen können Sie auch ein paar Anpassungen an ihrem Umfeld ausprobieren und beobachten, wie sie darauf anspricht. 

Richten Sie ein Versteck ein
Ihre Katze sollte sich von Zeit zu Zeit aus all den Anpassungen an ihr neues Umfeld zurückziehen können. Ein Ort zum Ausruhen ist entscheidend, damit sie ruhig bleibt und gar nicht erst in die übermässige Fellpflege rutscht. Solche Verstecke funktionieren besser, wenn sie mindestens einen Eingang und einen Ausgang haben. Höhlenartige Betten eignen sich für selbstsichere Katzen, die im Winter warm ruhen möchten. Als Versteck taugen sie jedoch selten, denn sie haben nur einen Eingang und damit nur einen Ausgang. Sie sind Sackgassen und erfüllen ihren Zweck deshalb womöglich nicht.

Schliesslich ist es hilfreich, wenn solche Verstecke auch in erhöhten Bereichen der Wohnung zur Verfügung stehen. Viele Hersteller bieten Rückzugsorte dieser Art an.

Spielen Sie mit Ihrer Katze
Manchmal braucht Ihre Katze nur etwas mehr Aufmerksamkeit, um Stress abzubauen. Lassen Sie sie drinnen jagen und springen, halten Sie viele weiche Spielzeuge bereit und holen Sie die Katzenangel öfter hervor. Geht sie gerne nach draussen, sorgen Sie nach Möglichkeit für Freigang, damit sie ihr Jagdverhalten ausleben und Stress abbauen kann.

Medikamente
Lässt sich die Ursache des Stresses nicht direkt beheben, empfiehlt der Tierarzt unter Umständen, das Symptom selbst zu behandeln, etwa mit angstlösenden Medikamenten. Zögern Sie nicht, Ihren Tierarzt um Hilfe zu bitten, wenn die übermässige Fellpflege anhält.

Übermässige Fellpflege bei Katzen aus medizinischen Gründen

Allergien oder Parasiten können den Pflegerhythmus Ihrer Katze erheblich verändern.

Läuse, Flöhe, Milben und Zecken sind fast unsichtbare Plagegeister, die auf der Haut Ihrer Katze starken Juckreiz auslösen und so ein zweites Problem nach sich ziehen, die übermässige Fellpflege.

Vermuten Sie darin den Grund, warum Ihre Katze ihr Fell unablässig leckt, lassen Sie sich von einem Tierarzt zu den wirksamsten Behandlungen beraten. Unser Artikel über Zecken bei Katzen gibt Ihnen einen Überblick über die Ursachen und mögliche Lösungen gegen diese hartnäckigen Parasiten. 

Denken Sie jedoch daran, dass bei Flöhen und Zecken die Vorbeugung Ihre beste Verbündete bleibt. Führen Sie die regelmässigen vorbeugenden Behandlungen gegen Flöhe, Würmer und andere Parasiten konsequent weiter, dann bleibt Ihnen das Problem wahrscheinlich erspart. Ebenso wichtig ist es, das Umfeld regelmässig zu behandeln, denn dort leben 95 % der Flöhe. Die Behandlung des Umfelds zählt also genauso wie die des Tieres selbst. 

Neigen manche Rassen stärker zu übermässiger Fellpflege?

Bei einigen Katzenrassen wie der Abessinierkatze und der Siamkatze wurde beobachtet, dass sie sich häufiger übermässig putzen. Wie verbreitet dieses Verhalten in diesen Rassen ist, darüber besteht allerdings kein Konsens. Unter den passenden Umständen, etwa bei einem Wechsel des Umfelds oder einer Hautallergie, kann jede Katze unabhängig von ihrer Rasse zur übermässigen Fellpflege als Selbstberuhigung greifen.

Was ist Schorf bei übermässiger Fellpflege?

Putzt sich Ihre Katze übermässig, kann sie ihr Fell so lange lecken, daran kauen und sich kratzen, bis die Haut Schaden nimmt. Das reizt die Haut, entzündet sie und lässt Schorf entstehen. Dabei handelt es sich meist um kleine, verkrustete Stellen, die wie erhabene Beulen oder raue Flecken auf der Haut Ihrer Katze aussehen. Fällt Ihnen so etwas auf, sollten Sie möglichst rasch eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Warum leckt sich meine Katze übermässig den Bauch?

Viele Fälle von übermässiger Fellpflege hängen mit einem Hautproblem oder mit Schmerzen zusammen, doch auch Stress oder eine zugrunde liegende Erkrankung kommen recht häufig als Ursache infrage. Katzen mit einer sogenannten «psychogenen Alopezie» putzen sich meist übermässig oder rupfen sich das Fell an einer bestimmten Körperstelle aus, etwa am Bauch. Schliesslich ist übermässiges Lecken der Bauchregion ein häufiges Schmerzzeichen bei Katzen. Beobachtet wird es besonders bei Tieren mit Blasenschmerzen, zum Beispiel bei einer felinen idiopathischen Zystitis. Suchen Sie deshalb immer Ihre Tierarztpraxis auf, wenn Ihre Katze sich häufig den Bauch leckt.

Ist es normal, dass meine Katze sich die Hinterbeine übermässig leckt?

Dass eine Katze sich die Hinterbeine übermässig leckt, kommt durchaus vor, doch der Grund dafür sollte geklärt werden, denn meist steckt eine Erkrankung dahinter. Zeigt Ihre Katze dieses Verhalten dauerhaft, suchen Sie unbedingt eine Tierarztpraxis auf. Dort wird die Ursache bestimmt und die passende Behandlung empfohlen.

Übermässige Fellpflege oder Haarausfall?

Kahle Stellen im Fell sind ein häufiges Zeichen für übermässige Fellpflege bei Katzen. Übermässiges Putzen ist allerdings nicht die einzige mögliche Erklärung dafür, dass das Fell nicht mehr so dicht ist wie früher. Eine weitere Ursache ist eine Erkrankung namens Alopezie, also Haarausfall bei Katzen. Eine unausgewogene Ernährung oder ein hormonelles Ungleichgewicht kann dazu führen, dass Ihre Katze einen Teil ihres seidigen Fells verliert. Ihr Tierarzt kann die Erkrankung diagnostizieren, die Ursache klären und Wege zur Behandlung empfehlen.

Was auch immer hinter der Verhaltensänderung steckt, es braucht Zeit, das Problem der übermässigen Fellpflege zu lösen. Bleiben Sie also geduldig, arbeiten Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammen, und schon bald erholt sich das Fell Ihrer Katze wieder.