Fit und gesund bleiben

Spielen ist für Katzen sehr wichtig – und das vom Kätzchenalter bis zum fortgeschrittenen Alter als Haustier. Gerade das Spielen mit ihrer Katze ist für alle Katzenhalter mit eines der grössten Vergnügen. Daneben fördert das Spielen die Gesundheit und die Katze wird ermuntert, aktiv, geschmeidig und schlank zu bleiben. Noch wichtiger ist dabei, dass Katzen durch das Spielen Gelegenheit haben, ihrem natürlichen Jagdtrieb nachzugehen.
 
Warum Katzen spielen
Das Spielen Ihrer Katze kann einerseits hinreissend, andererseits aber auch etwas frustrierend sein!
Mit dem Spielen beginnen Kätzchen im Alter von vier Wochen. Dabei sind sie die meiste Zeit damit beschäftigt, mit anderen Kätzchen herumzuraufen und die soziale Rangordnung zu bilden. Mit sieben bis acht Wochen richten sie ihre Aufmerksamkeit vom sozialen Spiel mit ihren Wurfgenossen auf unbelebte Objekte, mit denen sie Raubtier und Beute spielen.
 
Vorteile regelmässiger Bewegung
Wenn Sie mit Ihrer Katze täglich ganze 20 Minuten spielen, sorgt dies nicht nur für eine körperliche wie geistige Stimulation, sondern auch für eine engere Bindung zwischen Ihnen und dem Tier. Besonders wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass drinnen gehaltene Katzen ihre Energie abbauen können, die normalerweise für Kontrollgänge auf dem Territorium und den Beutezug gebraucht wird.

 
  • Bei Katzen und Kätzchen liegt die Aktivitätsspitze am frühen Morgen und am Abend. Spielen Sie mit Ihrer Katze, ehe Sie zu Bett gehen – so ist Ihr Kätzchen zum Schlafengehen bereit, wenn Sie auch soweit sind.
  • Kätzchen spielen oft allein und erwecken gelegentlich den Eindruck, dass sie sich vor irgendetwas erschrecken und davonflitzen, als ob ihnen ein unsichtbarer Verfolger im Nacken sässe.
  • Kätzchen vergnügnen sich gerne mit Spielzeug, aber das interaktive Spielen ist auch unterhaltsam  und gehört zu den besten Methoden, Ihr Kätzchen gesund und folgsam zu halten. Sorgen Sie dafür, dass Ihrer Katze stets einige Spielsachen zur Verfügung stehen, aber halten Sie einige Spielsachen für das gemeinsame Spielen in Reserve. So wird Ihre Katze dieses Spielzeug als etwas Neues und Besonderes betrachten.
  • Einsame Kätzchen können sich beim Spielen mit ihrem Halter gröber verhalten. Diese Kätzchen haben nur Sie als einzigen Spielkameraden und müssen lernen, Zwicken und Kratzen beim Spielen auf ein verträgliches Ausmass zu reduzieren.
  • Nehmen Sie sich Zeit für mindestens zwei gute Spieleinheiten pro Tag. Bei drinnen gehaltenen jungen Katzen, die ohne Artgenossen leben, sollten Sie das spezifische Jagdverhalten, welches aus Pirsch, Verfolgung und Attacke besteht,  bis zu 30 Mal pro Tag aktivieren.  So geben Sie der Katze das Gefühl, ein vollwertiger Jäger zu sein. Diese Aktivität kann reduziert werden, wenn Sie mehr als eine Katze haben, die sich untereinander jagen und zusammen spielen. Das Gleiche gilt, wenn Sie ein bereits älteres oder weniger aktives Tier haben.
  • Das Interesse Ihrer Katze wecken Sie dann, wenn Sie wissen, wie sich eine eventuelle Beute verhalten könnte. Ein Spielzeug wird eine Katze deutlich mehr fesseln, wenn es unter einem Sofa oder Schrank hin und her zappelt, sich gerade unter einer Matte oder Decke versteckt hat oder plötzliche sprungartige Bewegungen ausführt. Ahmen Sie mit dem Spielzeug eine Maus mit ihren typischen Bewegungen nach!

 
Das Spielen mit Ihrer Katze
Bei den besten Spielen wird häufig Spielzeug verwendet – wie wäre es mit an Stöcken befestigten herabbaumelnden Federn oder Stoffstreifen, mit Katzenminze gefüllten Spielzeugmäusen oder Aufzieh-Spielzeug? Ausserdem sollten Sie die Anschaffung eines drinnen aufgestellten Kletter- oder Kratzbaums erwägen.

 
  • Ein mit zusammengeknülltem Papier oder Pingpong-Bällen gefüllter Eimer kann eine wirkungsvolle Ablenkung sein. Wenn Ihr Kätzchen Ihnen nachzustellen versucht, können Sie zur Unterhaltung Ihrer Katze einen Ball treppab werfen. Zeigen Sie Ihrer Katze eine grosse Papiertüte, auf die sie sich stürzen und die sie in Stücke reissen kann. Nehmen Sie hierzu keine Plastiktüte und entfernen Sie alle Henkel, in denen sich die Katze mit dem Hals verfangen kann.
  • Kleben Sie mehrere Schachteln zusammen und bringen Sie an den Verbindungsstellen Gucklöcher an, damit das Kätzchen Verstecken spielen kann.
  • Füllen Sie ein Stoffsäckchen mit getrockneter Katzenminze, einer Kräuterart, die Katzen wild machen kann.
  • Probieren Sie es mal mit einer Spielzeug-Angelrute, an deren Ende Sie Federn oder Glöckchen anbringen.
  • Manche Katzen lieben es, die Lichtstrahlen kleiner Scheinwerfer zu verfolgen oder anzuspringen.
  • Nach der Spieleinheit sollten Sie das Spielzeug weglegen – so erhalten Sie die Begeisterung, wenn Sie dieses Spielzeug wieder ins Spiel bringen. Vielleicht stellen Sie fest, dass die Lieblingsspiele Ihrer Katze eine verspielte Variante ihres natürlichen Jagdinstinkts darstellen: „sich auf Mäuse stürzen“, „Fische herausschöpfen“, „nach Vögeln greifen“ und „Kampf spielen“.
  • Mehr Ideen zu Spielen mit Ihrer Katze finden Sie hier.

 
Spielerische Aggressivität umleiten
Wenn Ihre Katze ganz versessen Ihre Fussgelenke attackiert, ist Futter eine wirkungsvolle Ablenkung! Wenn Sie nur eine Katze haben, könnte dann ein Spielkamerad dazu beitragen, die Aggression beim Spielen zu verringern? Vielleicht. Zwei junge Katzen würden sich oft gegenseitig auf Trab halten, andererseits könnte dies für Sie bedeuten, dass Sie es dann mit zwei Raubtieren anstatt mit einem zu tun hätten!
 
Verwöhnen Sie Ihre Katze mit Katzenminze
Katzenminze kann Ihre Spieleinheiten deutlich aufpeppen. Diese natürliche Kräuterart ist völlig unbedenklich. Die meisten Katzen sind verrückt danach, andere hingegen zeigen sich gänzlich unbeeindruckt. Katzenminze ist in manchem Spielzeug enthalten, ist aber auch im Heimtierbedarf erhältlich und hilft Ihnen, das Interesse Ihrer Katze an einem bestimmten Spielzeug neu zu beleben. Das Wahrnehmungsvermögen für Katzenminze setzt bei den meisten Kätzchen mit etwa vier Monaten ein.
 
Warum Katzen unterschiedlich aktiv sein können
Manchen Katzen haben den Ruf, die meiste Zeit zu schlafen, wogegen andere Katzenrassen üblicherweise wesentlich mehr Energie an den Tag legen. Zu den reinrassigen Katzen mit bekanntlich hohem Energieniveau zählen die Siamkatze, Abessinier, Orientalen und Türkisch Van. Zu den eher trägen Rassen gehören die Perserkatze, Himalaja, British Shorthair und Ragdoll. Wenn Sie sich eine aktive Mischlingskatze wünschen, sollten Sie diese von privaten Anbietern aufnehmen – dann ist zumindest die Mutter bekannt.
 
Wenn es um Bewegung geht, sind Katzen wie Menschen: Einige sind einfach aktiver als andere. Hauskatzen tendieren dazu, den Schlafrhythmus ihrer Halter zu übernehmen und tagsüber, mit Ausnahme einiger zwischendurch gehaltener Schläfchen, wach zu bleiben. Was machen Sie aber, wenn Ihre Katze die ganze Zeit zu schlafen scheint?
 
Vielleicht ist Ihre Katze einfach nur faul. Inaktive Katzen geben prima Schosskatzen ab, die sich mit Herumliegen zufrieden geben, während Sie lesen oder fernsehen. Zudem neigen solche Katzen deutlich weniger zu Streichen als ihre Artgenossen, die voller Energie stecken. Solange ruhige Katzen körperlich gesund sind, ist alles vollkommen in Ordnung.
 
Sollten Sie trotzdem weiterhin besorgt sein, bringen Sie Ihre Katze zu einer gründlichen Untersuchung zum Tierarzt. Bereits kleine gesundheitliche Probleme wie Arthritis oder Erkrankungen der oberen Atemwege können dazu führen, dass die Katze lethargisch wirkt. Vielleicht zeigt die Untersuchung, dass alles in bester Ordnung ist – dann können Sie Ihrer Katze trotzdem neues Spielzeug mit nach Hause bringen.
 
Solange Ihre Katze körperlich gesund ist und das für sie korrekte Gewicht hält, ist das jeweilige Aktivitätsniveau unerheblich.
 
Was ist normal?
Sie leben mit Ihrer Katze zusammen und wissen, was normal ist. Wenn Sie annehmen, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie Ihre Besorgnis immer unverzüglich Ihrem Tierarzt mitteilen.

 
  • Augen: Die Augen sollten leuchtend und rein sein. Teilen Sie Ihrem Tierarzt mit, wenn Sie Ausflüsse feststellen.
  • Ohren: Die Ohren sollten sauber und frei von austretenden Substanzen sein sowie keinen Geruch oder Rötungen aufweisen. Unbehandelte Ohrenprobleme sind für das Tier schmerzhaft und können einen Hörverlust verursachen.
  • Nase: Die Nase sollte sauber und frei von Ausflüssen oder Wundstellen sein.
  • Mund: Das Zahnfleisch sollte rosa oder schwarz und die Zähne frei von Zahnstein oder Plaque sein. Prüfen Sie Mund und Lippen auf Wundstellen oder Wucherungen. Schlechte Zähne können auf Gesundheitsprobleme hindeuten.
  • Fell: Das Fell Ihres Kätzchens sollte glänzend und sauber sein.
  • Gewicht: Aktive und verspielte Kätzchen haben nur selten Übergewicht. Falls doch, können Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten lassen, mit welcher nährstofflichen Versorgung sich die optimale körperliche Verfassung Ihres Kätzchens aufrechterhalten lässt.
  • Gewohnheiten im Umgang mit dem Katzenklo: Eine Veränderung der Gewohnheiten im Umgang mit dem Katzenklo sowie Veränderungen bezüglich der Häufigkeit des Urinierens oder Stuhlgangs bzw. in der Beschaffenheit des Urins oder Stuhls können auf Gesundheitsprobleme hinweisen. Verständigen Sie unverzüglich Ihren Tierarzt, wenn Sie solche Veränderungen feststellen.

 
Aktiv bleiben
Übergewichtige Kätzchen werden zu übergewichtigen Katzen und dicke Katzen sind nicht gesund. Übergewicht stellt für Herz und Gelenke eine zusätzliche Belastung dar und kann zu Lahmheit, Hautproblemen, schlechter Stimmung, Langeweile, Lethargie, Verhaltensproblemen und sogar zu Diabetes führen. Bewegungseinheiten helfen dabei, das Gewicht Ihrer Katze zu kontrollieren – Sie wissen ja: Vorbeugung ist die beste Medizin.
 
Zur Beibehaltung des Aktivitätsniveaus sollten Sie sich einiges an Spielzeug und eine drinnen aufgestellte Klettermöglichkeit oder einen Kratzständer zulegen. Machen Sie sich regelmässige Spieleinheiten zur Regel und vergessen Sie nicht, dass alles, was sich bewegt, für Katzen deswegen interessant ist, weil es ihre Fertigkeiten als Jäger fördern hilft.
 
Bei der Förderung der Aktivität spielt auch das Zuhause und die soziale Umwelt der Katze eine wichtige Rolle. Gibt es bei Ihnen zuhause mehrere Möglichkeiten für die Katze zum Klettern oder Springen? Legen Sie das Spielzeug Ihrer Katze nach den Spieleinheiten wieder weg, damit es jedes Mal aufs Neue interessant ist? Wenn Ihr Haus oder Ihre Wohnung auf verschiedenen Ebenen angelegt ist, könnten Sie beispielsweise den Futternapf auf einer anderen Etage aufstellen als den Schlafbereich, damit die Katze möglichst viele Stufen überwinden muss.
 
Sollte die Katze, vorausgesetzt sie hat kein Übergewicht, alle Ihre Bemühungen, sie zu mehr Spielen anzuregen, mit einem Gähnen abtun, sollten Sie sich damit abfinden. Sie haben dann ein prima Schosshaustier, mit dem Sie es sich vor dem Fernseher gemütlich machen können!